Die Stadt Krems will bis 2030 eine klimaneutrale Stadtverwaltung umsetzen und bis 2040 Klimaneutralität in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen erreichen. Ein Meilenstein war die Entwicklung eines Klimarelevanz-Tools zur Bewertung von kommunalen Beschlüssen, das auch österreichweit ausgerollt wurde.
„Mit dem Klimaneutralitätsfahrplan konnten wir die großen Hebel identifizieren. Wir haben damit ein strategisches Konzept für die nächsten Jahre“, berichtet Stefanie Widhalm, die Leiterin des Pionierstadt-Projekts. „Der Fahrplan ist als lebendiges Dokument angelegt und zeigt uns, wo wir stehen, was wir erreichen wollen und wo wir ansetzen müssen.“
Im Rahmen der Pionierstadt-Partnerschaft richtet Krems ein Klimabüro ein und wird zusätzliches Fachpersonal für die Bereiche Bauen und Kreislaufwirtschaft einstellen. Seit einigen Jahren nutzt Krems ein neues Tool, mit dem alle Gemeinderats- und Stadtratsbeschlüsse im Vorfeld auf ihre klimarelevanten Auswirkungen überprüft werden. Das Instrument wurde gemeinsam mit der Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ entwickelt.
Energie- und Mobilitätswende vorantreiben
Der Faktor Mensch spielt bei dem Transformationsprozess eine zentrale Rolle. Deshalb legt die Stadt den Fokus verstärkt auf Bewusstseinsbildung, z. B. durch Maßnahmen zur Sensibilisierung der Magistratsmitarbeiter:innen. Auch infrastrukturell wurden bereits viele Schritte gesetzt: Mehrere gemeindeeigene Gebäude wurden in den vergangenen Jahren mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Der erzeugte Strom wird über eine Energiegemeinschaft möglichst lokal genutzt. Künftig könnten Stromspeicher und Energiemanagementsysteme helfen, das System weiter zu optimieren. Ein Schwerpunkt liegt auch auf der thermischen Sanierung öffentlicher Gebäude. Im Bereich Mobilität beginnt der Wandel beim städtischen Fuhrpark, der schrittweise auf Elektrofahrzeuge umgestellt werden soll.
Pop-Up-Aktionen als Test
Die geplante Neugestaltung des Hafnerplatzes in der Kremser Innenstadt wurde zunächst mit einer Pop-up-Aktion getestet. In Zusammenarbeit mit der Universität für Weiterbildung Krems kamen dabei Methoden des „Tactical Urbanism“ zum Einsatz. Um die geplante Verkehrsberuhigung für die Bevölkerung erlebbar zu machen, wurde ein Straßenzug temporär gesperrt und das Hafnerfest sowie verschiedene Mitmach-Aktionen veranstaltet. Parallel dazu wurden die Anrainer:innen zu ihren Eindrücken und Wünschen befragt. Die Resonanz fiel überwiegend positiv aus. Nun plant die Stadt, auch weitere Projekte auf diese Weise im Vorfeld zu testen.
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