Blick über Wien

Blick über Wien, Foto: Bubu Dujmic, Stadt Wien

Pionierstadt Wien

Innovative Impulse für eine klimafitte und sozial gerechte Entwicklung


Wien arbeitet im Rahmen der Pionierstadt-Initiative gezielt daran, Synergien zu nutzen, um die laufenden Projekte der Stadt bestmöglich zu unterstützen und weiterzuentwickeln. Die Themen spannen sich von der städtischen Treibhausgasbilanzierung, über Sanierung, Ausstieg aus fossilen Brennstoffen oder Maßnahmen für eine klimaneutrale Verwaltung bis hin zu langfristigen Prozessänderungen in der Verwaltungsstruktur.

Mit der 2022 beschlossenen Smart Klima City Strategie und dem Wiener Klimafahrplan hat Wien festgelegt, wie die Stadt bis 2040 klimaneutral und klimaresilient werden will. Die Partnerschaft mit dem BMIMI im Rahmen der Mission Klimaneutrale Stadt wird mit dem Programm „Klimapionierstadt Wien“ gemeinsam von Politik und Verwaltung getragen und von der Magistratsdirektion – Bereichsleitung Klimaangelegenheiten geleitet.

„Der Fokus liegt auf der städtischen klimarelevanten Governance, innovativen Konzepten zur Transformation von Quartieren sowie dem gemeinsamen, raschen und systemischen Lernen,“ erklärt Pia Minixhofer, die das Programm Klimapionierstadt Wien leitet. „Alle Maßnahmen zielen darauf ab, die Stadt schrittweise energie- und ressourcenschonend, ganz im Sinne der Wiener Klimaziele, (um-) zu gestalten.“

Klimaneutralität rechtlich verankert

2025 wurde in Wien das österreichweit erste Klimagesetz auf Landesebene beschlossen. Das Gesetz verankert die Zielsetzungen Klimaneutralität und klimaneutrale Verwaltung bis 2040 und umfasst die drei Säulen Klimaschutz, Klimaanpassung und Kreislaufwirtschaft. Die bestehenden klimapolitischen Strategien und Instrumente der Stadt erhalten damit einen rechtlichen Rahmen. Das Zusammenwirken von Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Gebietskörperschaften wird im Gesetz ebenfalls in den Vordergrund gestellt. 

Klimarelevante Instrumente und Maßnahmen

Die Stadt Wien hat bereits viele klimarelevante Instrumente und Maßnahmen entwickelt und arbeitet aktiv daran, diese so breit wie möglich in der Verwaltung zu verankern. Dazu zählen das Wiener Klimabudget, der Wiener Klimarat und die Klimachecks. Mit dem Wiener Klimabudget entscheidet die Stadt Wien, welche klimarelevanten Maßnahmen und Instrumente sie im nächsten Budgetzyklus umsetzen wird.

Der Wiener Klimarat1 wurde eingerichtet, um Politik und Verwaltung der Stadt Wien bei der Entwicklung klimapolitischer Vorhaben zu beraten. Er setzt sich aus drei Gruppen (Boards) zusammen, die in unterschiedlichen Konstellationen zusammenarbeiten. Insgesamt sind mehr als 40 Mitglieder im Rat aktiv. Der Kern besteht aus einer unabhängigen Gruppe von in- und ausländischen hochrangigen Expert:innen aus Wissenschaft und Forschung (Advisory Board). Sie beraten Wiens Bürgermeister und die amtsführenden Stadträt:innen zu klimapolitischen Herausforderungen und möglichen Maßnahmen. Ziel des Klimachecks für Gesetze und Verordnungen2 ist es, die Auswirkungen auf klimarelevante Bereiche bereits bei deren Erarbeitung abzufragen. Ein niederschwelliges und einfach handhabbares Tool unterstützt die zuständige Abteilung bei der Prüfung. Es basiert auf der gemeinsamen Arbeit mit den Bundesländern und dem Umweltbundesamt. Der Klimacheck für Bauvorhaben3 soll die Berücksichtigung der Wiener Klimaziele möglichst früh in der Planung von großen Bauvorhaben der Stadt aufzeigen und eine allfällige Optimierung prüfen.
 
Ein weiteres wichtiges Projekt, das im Wiener Klimagesetz verankert wurde, ist die Klima-Allianz4 der Stadt Wien. Zielsetzung ist die langfristige Kooperation und Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung, Wiener Unternehmen und weiteren wichtigen Akteur:innen am Standort. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung von Lösungen, die zur Erreichung der Klimaziele beitragen und im unmittelbaren Einflussbereich der beteiligten Betriebe und städtischen Einrichtungen liegen.

Pilotquartiere für die Energie- und Mobilitätswende

Ausgewählte Wiener Bestandsquartiere werden anhand klima­relevanter Kriterien analysiert und gemeinsam wird herausgearbeitet, wie die Transformation der Quartiere beschleunigt werden kann. Neben der Energiewende muss Wien auch die Mobilitäts- und Ressourcenwende schaffen. Da die notwendigen Maßnahmen an den einzelnen Standorten unterschiedlich sind, werden in den Pilotquartieren verschiedene Schwerpunkte bearbeitet.
 
„Die übergreifende Zusammenarbeit des Programms zeigt sich besonders schön auf der Quartiersebene“, betont Projektleiterin Minixhofer. „Ein Mehrwert der Klimapionierstadt ist, dass durch eine integrierte Herangehensweise die Erkenntnisse gemeinsam beleuchtet werden und miteinander gelernt wird, wie der notwendige Wandel hin zu einer klimaneutralen, klimaresilienten und ressourcenschonenden Zukunft möglich ist.“

Eines der Quartiere ist das Alliiertenviertel5 im 2. Wiener Gemeindebezirk: Im Rahmen des Stadterneuerungsprogramms WieNeu+ werden hier laufend vor Ort Info-Veranstaltungen oder Grätzlspaziergänge zu den Themen Gebäudesanierung, Förderungen, Wohnraumverbesserung, Fernwärmeausbau oder auch Innenhofentsiegelung angeboten. Das Ziel: Durch passgenaue Maßnahmen und den direkten Kontakt mit Mieter:innen und Eigentümer:innen soll das Quartier bis 2028 bestmöglich auf das Ziel Klimaneutralität vorbereitet werden. Die 2025 im Alliiertenviertel umgesetzte „Klimapionier:innen-Kampagne” hat diese Bestrebungen und ausgewählte Projekte im Grätzl ins Rampenlicht gerückt.
 
Neben der finanziellen Unterstützung innovativer Baumaßnahmen im Rahmen der WieNeu+ Grätzlförderung werden Eigentümer:innen persönlich bei ihren Sanierungs- und Dekarbonisierungsvorhaben beraten und begleitet. So soll nicht nur der Umstieg von Gas auf alternative Energieträger gelingen, sondern auch das Zusammenleben im Grätzl gestärkt werden.
 
klimaneutralestadt.at/de/projekte/pionierstaedte/klimapionierstadt-wien.php
 
1 www.wien.gv.at/umwelt/klimarat
2 www.wien.gv.at/umwelt/klimacheck-gesetze
3 www.wien.gv.at/umwelt/klimacheck-bauvorhaben
4 www.wien.gv.at/umwelt/klima-allianz
5 wieneuplus.wien.gv.at/alliiertenviertel-ist-klimapioniergebiet

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  • WieNeu+ Grätzlveranstaltung
    WieNeu+ Grätzlveranstaltung, Foto: Markus Wache, Stadt Wien
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    Rathaus, Foto: Markus Wache, Stadt Wien
  • Thaliastraße Begrünung
    Thaliastraße, Foto: Martin Votava, Stadt Wien
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    Radfahren in der Stadt, Foto: Peter Provaznik, Mobilitätsagentur Wien