Die von den WienerInnen als Tröpferlbad bezeichneten Volksbäder waren ab Ende des 19. Jahrhunderts für mehrere Jahrzehnte die einzige Möglichkeit zur Körperreinigung. Heute steht weniger die Hygiene im Vordergrund: Coolspots sollen an Hitzetagen die Lebensqualität in der Stadt verbessern. Airship.01 im Museumsquartier, Wien, Foto: Waldhör KG

Die von den WienerInnen als Tröpferlbad bezeichneten Volksbäder waren ab Ende des 19. Jahrhunderts für mehrere Jahrzehnte die einzige Möglichkeit zur Körperreinigung. Heute steht weniger die Hygiene im Vordergrund: Coolspots sollen an Hitzetagen die Lebensqualität in der Stadt verbessern. Airship.01 im Museumsquartier, Wien, Foto: Waldhör KG

Tröpferlbad 2.0
Coolspots als kühle Stadtoasen

Wie kann man kühle Rückzugszonen mitten in der Großstadt technisch und planerisch umsetzen? Das wird aktuell von der Green4Cities GmbH in Kooperation mit Breathe Earth Collective und in Zusammenarbeit mit der Stadt Wien sowie zahlreichen Partnern* im Projekt Tröpferlbad 2.0. untersucht und getestet.

Coolspots sind kühlungsoptimierte Stadtfreiräume, in denen an Hitzetagen eine spürbar reduzierte Temperatur herrscht. Die aus Leichtbauelementen konstruierten mobilen Räume sollen modular und wandelbar gestaltet werden und angepasst an den jeweiligen Standort im gesamten Stadtgebiet zum Einsatz kommen. Die offenen Räume, in denen sich StadtbewohnerInnen von den hohen Temperaturen erholen können, werden mit „grüner“ und „blauer“ Infrastruktur ausgestattet. Verschattungselemente, Ventilatoren und Sprühnebelsysteme unterstützen die Pflanzen bei der Evapotranspiration und helfen, die Luft auf natürliche Weise abzukühlen.

Im Rahmen des umsetzungsorientierten Forschungsprojekts werden technische, ökologische und soziale Aspekte des Konzepts bearbeitet. Um die Klimawirksamkeit sicherzustellen, werden mikroklimatische Simulationen mittels GREENPASS® durchgeführt. Erkenntnisse über das Mikroklima, die eingesetzten Materialien, die Energiebereitstellung und das NutzerInnenverhalten werden gesammelt und ausgewertet. Außerdem werden Partizipationsmaßnahmen zur Einbindung der Bevölkerung entwickelt und erprobt.

Auf Basis dieser Erkenntnisse werden erste Prototypen umgesetzt. Mittelfristig will die Stadt Wien ein Netzwerk kühler Stadtoasen über die ganze Stadt verteilt schaffen.

Airship.01

Die mobile Kunstinstallation ist ein Prototyp für einen kühlungsoptimierten Stadtfreiraum. Die Waldoase reinigt die Luft, kühlt den Stadtraum und produziert frischen Sauerstoff für die BesucherInnen. Die Installation wurde 2016 von Breathe Earth Collective im Auftrag der Österreich Werbung als Weiterentwicklung des preisgekrönten Expo-Pavillions „Breathe Austria“ in Mailand entwickelt.

* Projektpartner
Green4Cities GmbH, Breathe Earth Collective, Stadt Wien (MA 18, MA 20, MA 22, MA 25 und KBI), Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik, Urban Innovation Vienna GmbH, Rockets Holding GmbH, Wien Energie GmbH, Büro für nachhaltige Kompetenz B-NK GmbH, Die Treiber e.U.
 

 

  • Airship.01 im Museumsquartier Wien (bis 15.9.2019)
Im Inneren 12 Bäume, 200 Stauden, der Pavillon ist nach oben geöffnet und mit reflektierender Außenmembran, Ventilatoren und Sprühnebelsystem ausgestattet, Foto: Waldhör KG
    Airship.01 im Museumsquartier Wien (bis 15.9.2019) Im Inneren 12 Bäume, 200 Stauden, der Pavillon ist nach oben geöffnet und mit reflektierender Außenmembran, Ventilatoren und Sprühnebelsystem ausgestattet, Foto: Waldhör KG