Große, mittlere und kleinere Städte arbeiten aktuell an zukunftsweisenden Strategien und Maßnahmen, um möglichst rasch klimaneutral zu werden. Als Pionierstädte werden sie dabei im Rahmen der Forschungsinitiative Mission „Klimaneutrale Stadt“ vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) sowie vom Klima- und Energiefonds begleitet und unterstützt.
Zehn Großstädte mit über 50.000 Einwohner:innen sind Teil der Mission und haben bereits 2023 eine öffentlich-öffentliche Kooperation mit dem BMIMI geschlossen. Sie nutzen die Initiative, um zusätzliche personelle und organisatorische Kapazitäten aufzubauen und entwickeln Strategien und konkrete Lösungen für die Energie- und Mobilitätswende sowie die Kreislaufwirtschaft. Mehr als 50 neue Stellen wurden bereits in den Pionierstädten geschaffen und mit Expert:innen besetzt. Diese Fachkräfte tragen maßgeblich zur beschleunigten Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen in den Städten bei. In dieser Ausgabe beleuchten wir, welche Strategien und Konzepte Wien, Salzburg, Dornbirn und Wiener Neustadt entwickeln und umsetzen.1
Neue Partnerschaft mit Klein- und Mittelstädten
Parallel zu diesem Prozess haben in den letzten Jahren mit Unterstützung des Klima- und Energiefonds zahlreiche mittlere und kleine Städte (mit 10.000 bis 50.000 Einwohner:innen) Klimaneutralitätsfahrpläne erarbeitet.2 Diese Pläne bieten maßgeschneiderte Lösungen und Handlungsempfehlungen, um die lokalen Emissionen zu senken und möglichst rasch Klimaneutralität zu erreichen. Mit der Ausschreibung „Pionierstadt-Partnerschaften für zukunftsfähige Klein- und Mittelstädte“ des Klima- und Energiefonds konnten in diesem Jahr weitere ambitionierte Städte eine öffentlich-öffentliche Kooperation nach dem Vorbild der Großstädte starten. 13 Pioniere quer durch Österreich (Eisenstadt, Krems, Tulln, Feldbach, Kapfenberg, Gleisdorf, Gratwein-Straßengel, Weiz, Judenburg, Steyr, Altmünster, Bregenz und Feldkirch) haben diese Partnerschaft geschlossen und wollen die Umsetzung von Klimaschutz, Klimawandelanpassung und Kreislaufwirtschaft aktiv beschleunigen. Projektleiter:innen aus vier Pionierstädten (Altmünster, Feldbach, Feldkirch und Krems) berichten in diesem Heft von den Herausforderungen und wie der Weg in Richtung Klimaneutralität konkret in ihrer Stadt angegangen wird.
Pionierstädte als Testfelder für Innovation
Ziel der Mission „Klimaneutrale Stadt“ ist es, die Entwicklung von richtungsweisenden Lösungen zu forcieren und aufzuzeigen, wie eine ressourcenschonende, klimaneutrale Wirtschafts- und Lebensweise umsetzbar ist. Die Städte entwickeln vielfältige praxistaugliche Maßnahmen und realisieren erste klimaneutrale Stadtquartiere. Dank der engen Zusammenarbeit mit dem Bund können sie zusätzlich eine Vielzahl von nationalen und europäischen Förderangeboten und Initiativen optimal nutzen. Ein wesentlicher Fokus liegt auf dem systematischen Wissensaustausch zwischen den Städten. Die Vernetzung und das gemeinsame Lernen wird im Rahmen eines umfangreichen Begleitprozesses gezielt unterstützt. Die Pioniere haben so die Möglichkeit Erfahrungen, bewährte Technologien und Erkenntnisse aus Pilot- und Demonstrationsprojekten zu teilen. Sie werden dadurch zu wertvollen Lernumgebungen, von denen auch viele andere österreichische Kommunen profitieren können.
klimaneutralestadt.at/de/initiativen/pionierstaedte
orte-von-morgen.at
1 Die weiteren Großstädte (Graz, Linz, Innsbruck, Klagenfurt, St. Pölten und Villach) haben wir bereits in den Magazinen eia 4/24 und 4/25 vorgestellt.
2 Einige mittlere und kleine Städte (Lienz, Tulln, Eisenstadt, Judenburg, Ternitz, Bregenz, Gratwein-Straßengel, Steyr) wurden in den früheren eia-Ausgaben ebenfalls präsentiert.


